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Wenn alles endet

Das Ende von allem ist unvorstellbar. Wir können es uns nicht vorstellen. Genau wie den Anfang von allem. Das Universum – die Existenz – war immer da, und davor auch, und davor auch, und so weiter. Den Urknall als solchen kann man sich nicht vorstellen. Er ist eine Theorie. Die wir glauben. Was auch sonst? Nur, wenn wir von einem Urknall ausgehen, also den Anfang von allem – was ich auch tue, erscheint mir immer noch realistischer als ein Gott – dürfen wir dann ein Ende ausschließen?

Aus einfacher Langeweile wollte ich mir in der Schulbibliothek die Zeit vertreiben. Hab auf wen gewartet. Und da muss man auch irgendwas machen. Ein Buch anzufangen wäre für eine halbe Stunde sinnlos, aber einen Artikel im „Spektrum der Wissenschaft“ zu lesen zahlt sich da durchaus aus. Thema der Ausgabe: Das Ende der Zeit. Und nicht nur das hab ich mir durchgelesen, die letzten Tage hab ich sogar für mich ungewöhnlich viel Zeit auf Wikipedia verbracht.

Einen absoluten Endpunkt kann man sich wie gesagt nicht vorstellen. Auch viele Physiker nicht. Nur das Problem scheint, dass Albert Einsteins Relativitätstheorie einerseits sagt, dass die Zeit zu einem Ende durch eine Singularität enden kann. Andererseits besagt sie, dass es so eine Singularität nicht geben kann. Viel zu komplizierter Scheiß für uns Normalsterbliche, und bevor ich plötzlich ein privates Physikstudium betreibe, hab ich mir einfach mal das angeschaut, was für mich noch halbwegs verständlich war. Und zwar die Theorien, wie die Zeit enden könnte. Insgesamt gibt’s meiner Recherche nach acht, die nicht totaler Blödsinn sind. Meine Lieblingstheorien, wie alles enden könnte:

1. Der Big Crunch

Der Urknall wird im englischen als „Big Bang“ bezeichnet, der „Big Crunch“ ist das wissenschaftliche Gegenstück dazu. Nehmen wir an, früher war das Universum eine Singularität – die ganze Materie, die später folgen sollte, immer noch folgt, wie auch immer, also die ganze Existenz an sich in einem Punkt konzentriert. Nicht etwa ein Punkt mit der Größe eines Atoms, sondern ein Punkt mit dem mathematischen Volumen null. Hier scheitert’s an der Vorstellungskraft, aber das Gute an Physik ist, dass man sich nicht alles vorstellen können muss, wenn’s ums Universum geht, da man sowieso nur spekulieren kann.

Sollte diese Theorie richtig sein – wir wissen es nicht – kann das Gegenteil natürlich genauso sein. Die Gravitation verlangsamt die Expansion des Weltalls, bis diese Expansion ganz aufhört, und sich das Universum sozusagen wieder in diese Singularität umwandelt. Zurück auf null. Alles aus. Wissenschaftler schließen diese These jedoch großteils aus. Sie sagen, die Materie sei zu dünn verteilt, um als ausreichende Expansionsbremse zu wirken. Falls das wer checkt.

2. Der Big Rip

Eine auch eher unwahrscheinliche, aber eine wie ich finde coole Theorie. Beim großen Zerreißen reißt sich das Universum selbst in Stücke. Im Allgemeinen geht man in der modernen Physik davon aus, dass eine weitgehend unbekannte Energieform, die dunkle Energie, die Expansion des Universums beschleunigt (was wiederum einen Big Crunch ebenfalls entgegenwirken würde). Dies könnte jedoch dazu führen, dass das Universum sich irgendwann mit einer derartigen Wucht, Geschwindigkeit, Stärke ausdehnt, dass selbst einzelne Atome dabei zerfetzt werden. Und Atome sind immerhin die „Einheit“ für die Zeit. Denn da, wo keine Atome sind, ist auch keine Zeit. Auf was soll sie sich denn sonst auswirken? Vakuum und Strahlung bleibt. Nach einigen Modellen findet dieser Big Rip in 20 Mrd. Jahren statt – also keine Angst.

3. Der Big Brake

Bei dieser Theorie geht man von einer Änderung der Funktion der dunklen Energie aus. Dabei beschleunigt die dunkle Energie nicht mehr wie bisher die Expansion des Universums, sondern dreht ihre Funktion um, und bremst sie. Und zwar so schlagartig, dass das Universum zum Stillstand kommt. Und das wirklich plötzlich. Auch wenn man im Universum meist von „unendlich“ und „in mehreren Milliarden Jahren“ ausgeht, wäre dies wohl plötzlich. Dabei würde eine derartige negative Beschleunigungsenergie – wer würde es glauben, aber man geht von „unendlich“ aus – entstehen, dass dies das Ende der Zeit bedeuten würde. Da es ja irgendwie doch alles zermalmen würde. Nicht zurück auf null, aber irgendwie doch alles ausradiert.

Das war mein kleiner Einstieg in die Astronomie als Blogform. Gefällt mir, vielleicht mach ich das öfters.

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  3. von steveanorizz gepostet